Eine kleine Recherche über die Autorin und ihrem Team, verbunden mit einem Interview:
Worin begründet sich der Erfolg des Romans bei den Duo-Lesungen?
Das liegt weniger an den vorgetragenen Kapitelbeiträgen, als vielmehr an der realfiktionalen Historia des Romans, welche sich zwar stark an die überlieferten Schriften Tora, Bibel, Puranas und Koran anlehnt, aber vieles geschichtlich im Ablauf zu korrigieren versucht. So werden von Eloah nicht alle Propheten im Roman berücksichtigt, was bei der zeitlichen Distanz der Saga von rundum 5000 Jahren auch kaum möglich gewesen wäre. Die Autorin beschreibt Eloah als einen weitgehend unbarmherzigen Gott, der, um seinen mit Abraham geschlossenen Vertrag zu erfüllen, vor allen Dingen seinem herzlosen Kriegsherrn Josua, aber auch später den jüdischen Königen Saul und David die reinsten Völkermorde auferlegt, um „sein Volk“ in das gelobte Land zu führen, um es dann auch noch zu erweitern. Doch als nicht alles auf ewig im Glauben an Gott fruchtet und auch Jesus, sein bester Prophet, vom Judenvolk im Stich gelassen wird, lässt er von „seinem Volk“ ab, eine ganz neue Religion mit dem Propheten Mohammed unter der Weisung „Es gibt nur einen Gott!“ entsteht.
Dann überschlagen sich die Ereignisse, denn Gottes gläubige Hinterlassenschaft bekriegt sich gnadenlos, ein Problem des Miteinander von Juden-Christen-Muslime wird zum gläubigen Todeskreis aller Zeiten für ein- und denselben Gott. So vollzieht sich der Schluss dieser Saga, was Eloah und alle seine Elohim angeht, im Roman sehr überraschend und unerwartet: Sie verlassen die Erde der Spezies Mensch aufgrund der Verschmelzung von den Gottheiten Eloah und Baiame. Einzig Lucifer bleibt wie es verlautet und agiert bis zum Ende aller Tage.
Der Roman bemüht sich in technischer und wissenschaftlicher Art viele Wunder von Gott und seinen Propheten zu erklären, ohne dabei die Leserschaft in Konflikte zu führen, die einem verständnislosen Begreifen geschuldet wären. Das ist der Autorin und ihrem Team gut gelungen, viele unerklärliche Dinge in den Zeiten vor der Geburt Christi bleiben nicht unlösbar auf der Strecke. Insofern unterstützt die Wissenschaft oft den fiktiven Inhalt mancher Handlung.
Bemerkenswert wäre noch, dass das Originalbuch mit dem hervorragenden die Story leitenden digitalen Painting nicht im Buchhandel erhältlich ist, sondern nur die einfache Printversion mit selbem Text. Den Grund gibt die Autorin in ihrem Interview, das sie uns nach der Publikumsdiskussion in Köln schenkte, freiherzig an: Gründe sind die Kostensituation und vertragsrechtliche Dinge.
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Ana, hauptberuflich sind Sie nicht Autorin, sondern eine Geschichtsreferendarin. Wie schafft man es, nebenbei so ein umfangreiches Werk wie „Die Saga Eloah“ mit immerhin gut 440 Seiten zu schreiben?
Das schafft man normalerweise nicht, allein die Recherchen haben für den rohen Plot bis hin zum fertigen Exposé Unmengen an Zeit gekostet und ohne Unterstützung durch die Autoren, die einige Kapitel in Form eigener Anthologien geschrieben hatten, hätte ich diese Saga um Gott Eloah in keiner Weise aufschreiben können. Alle Mitarbeiter wurden im Werk erwähnt, auch jene Künstler, die für den Roman bildgewaltige Unterhaltungswerte beizufügen imstande waren. Deshalb nochmal hier meinen Dank an alle diese Künstler!
Erklären Sie uns kurz, warum das hier ausliegende Originalbuch, mit „Essay-Werk“ betitelt, im Buchhandel nicht lieferbar ist?
Das hat nur zwei Gründe: Zum ersten vermeide ich Verletzungen rechtlicher Art der Vertragsabhandlungen wegen des digitalen Paintings im Buch mit Designern, da ich diese „Essay-Werke“ privat und nie im kommerziellen Handel anbiete und zweitens kann ich die Einbindung des kostenintensiven Handels vom Barsortiment bis hin zur Buchhandlung nicht stemmen. Das Buch würde viel zu teuer, denn für die einfache Printversion ist nur die Hälfte an Eigenkosten aufzuwenden! Außerdem lege ich den Hauptwert im Verkauf auf die Lesungen, eben diese Duo-Lesungen, hier ist immer die Essay-Version zugegen und beziehbar!
Wie gesehen, beide Bücher besitzen unterschiedliche Covers. Aber ist der Text in den beiden Büchern auch gleich?
Ja! Beide Bücher tragen eine eigene ISBN, sind im VLB gelistet, aber nur die Essay-Version existiert immer als ein gebundenes Hardcover. Bei der Print-Version gibt es im Handel über die AQ auch ein Hardcover.
Sie präzisieren in eleganter Manier die Feststellung, dass alle Götter, somit auch Eloah, lange vor den Menschen schon als prähistorisches Volk in unserem Sonnensystem existierten. Ihre Heimat auf der Venus, die vor Millionen von Jahren noch bewohnbar war, hätten sie verlassen müssen, da sie in einem gigantischen Krieg als Primaten gegen eine zweite intelligente Schöpfung reptiloider, humanoider Art, die Venus klimatisch entseelten, bevor sie später die Erde zu beherrschen gedachten. Das heißt, Sie dementieren eindeutig, dass einst irgendwelche Aliens unsere Welt besuchten. Gut, aber Ist so eine historische Präkultur wirklich wissenschaftlich nachvollziehbar?
Durchaus. Das ist gewollte Thematik und nachprüfbar, da sich die Saga nicht nur damit beschäftigt, viel vom Geschehen, insbesondere vor Christi Geburt, realisierbar darzustellen, sondern auch die wissenschaftlichen Forschungen zu begründen versucht. Keine Behauptung im Buch – auch wenn sie unwahrscheinlich klingt – tritt den technischen oder wissenschaftlichen Erkenntnissen schöpferischer Entwicklung unseres Sonnensystems entgegen. Fiktionen im Buch können in Überlieferungen der Personendaten auftreten, da ich zum Beispiel nicht festzustellen in der Lage bin, ob es einen Moses und dem mit ihm verbundenen Exodus je gegeben hat? Aber wenn ich Überliefertes zunehmend anzuzweifeln versuche, dann brauche ich einen solchen Roman nicht zu beginnen. Ergreifende, unterhaltungswerte Spannung würden wegfallen, Tora, Bibel und Koran entfremden!
In den Lesungen widmen Sie sich den beiden Protagonisten Lucifer und Lilith, die auch den Mittelpunkt in der Auseinandersetzung bilden, die Gott mit seinem ehemaligen Erzengel Samael, sprich Lucifer, hat. An seiner Seite steht diese Lilith, angeblich die erste Frau Adams, die Gott ins Paradies Eden rief. Etwas von dem Thema Gleichberechtigung Mann/Frau in der Sexualität steht im Raum. War das gewollt?
Absolut! Ich korrigiere ja nicht nur einige Geschehnisse der Überlieferungen, sondern hinterfrage sie auch. Lilith hat man zur Dämonin gemacht, aber sie gilt in der Literatur auch als eine Frau der ersten Stunde in Sachen „Gleichberechtigung der Frau“. Ich stelle sogar Aussagen von Lucifer im Wahrheitsgehalt jenen von Gott Eloah gegenüber und gebe dem Satan Recht! Welchen Grund hat das, denn schließlich ist Lucifer doch schlechthin böse im Geist der Leserschaft?! Das bleibt er auch, da Lucifer ja selbst die Rolle Gottes an sich ziehen wollte. Dazu musste er vor dem Rat aller Götter des prähistorischen Urvolks die Untaten Eloahs darstellen. Das tat er, indem er Gott des Völkermordes beschuldigte. Und da hatte er, wie ich meine, Recht! Denn wenn Gott an seine menschlichen Kriegsherren wie Josua Befehle erteilte, sein Volk in das gelobte Land zu führen und anordnete, die dort wohnenden Völker auszulöschen, so mag ein Lucifer neidisch auf solche Taten sein, aber seine Aussagen vor dem Rat sind wahr: Gott hat Völkermorde veranlasst. In Tora und Bibel steht: Gott ist gerecht und barmherzig! Jedoch, er widerspricht sich gegenüber Menschen, die seinen Glauben nicht teilen.
Bei vielen Diskussionen fragten Zuhörer, ob sich das Buch nicht inhaltlich durch die sehr detaillierten Beschreibungen der jüdischen Heere in Ausführung ihrer Kämpfe unter Josua und David einen antisemitischen Touch aneignet? Denn das Vorgehen der Israelis heute in der politischen Gegenwart ähnelt dieser Art doch sehr.
Wenn die Überlieferungen aus Tora und Bibel weitgehend stimmen und wir die heutigen, leider so tragischen Vorgänge im Nahen Osten kennen, dann ist die Ähnlichkeit nicht zu leugnen. Die Zuhörer haben Recht, ja! Aber soll ich deshalb die Handlung in der Saga völlig abändern? Gott sagte: »Ich bin, der ich bin!« und erklärt sich nicht weiter. Laut Überlieferung von Tora und Bibel war er weitgehend ein egoistischer Gott und gewalttätig. Und dass er später bei den Muslime viel barmherziger auftrat, wage ich im Koran anzuzweifeln.
Aber Sie vertreten im Buch die These des Korans, Jesus sei weder Gottes Sohn, noch am Kreuz gestorben, geschweige denn, dass Eloah ihn zu sich holte. Ist das nicht ziemlich unchristlich?
Die heutigen Fakten sprechen in diesem Fall, auch aus medizinischer Sicht, für die Koran-Aussage. Es gibt weder Beweise für den Tod Jesus am Kreuz, noch gar von Gottes Absicht, ihn in den sogenannten „dritten Himmel“ zu holen, was die christliche Religion als ‚Auferstehung‘ ansieht. Jesus war Prophet Eloahs und ganz sicher nicht sein Sohn. Ich gehöre nicht zum Islam, stehe ihm auch nicht nahe, bin aber bei den Aufzeichnungen des römisch-katholischen Glaubens der christlichen Kirche kritisch. Der Roman steht außerhalb jeder Meinung von religiösen Ansichten, da sehr oft Überlieferungen leider zu immensen, fiktiven Füllhörnern reifen.
Vielen Dank für das Gespräch, Frau Alon. Und weiterhin erfolgreiche Duo-Lesungen in dieser Art. Allgemein kann man durchaus betonen, dass diese Lesungen bei der Zuhörerschaft großen Anklang finden. Danke!
Ich habe zu danken!
Das Gespräch führte Barbara Roth
Die Saga
Woher kamen die Elohim, die Götter aus fernen Zeiten, zu denen der Allmächtige, Eloah, gehörte? Ausgestattet mit Fähigkeiten, die eine eigene Brillanz ausstrahlten, wurden sie auf Erden zu Träger des Lichts lange bevor die Entwicklung der Menschheit begann. Sie genossen ihre Autorität und waren Beispiel für lebende Meisterwerke der Schöpfung in weiser Intelligenz. Sie positionierten sich als hochentwickelte Präkultur unter einem himmlischen Reich und forderten von der Menschheit unter Druck hunderttausender Geistwesen, sogenannte Engel, uneingeschränkten Glauben. Als sie unter der Federführung Eloahs begannen in die Schöpfung einzugreifen, lehnen sich einige ihres Urvolkes der Tennin auf, unter ihnen starke Erzengel wie Samael, der zum Lucifer als gewaltiger Antagonisten Gottes reift. Es kommt zu gigantischen Auseinandersetzungen, die sich über Jahrtausende hinziehen. Doch es kommt ganz anders, als sich das die Elohim und Menschen dachten...